Fachbeitrag

Broker für die Trading-GmbH: Worauf es für Buchhaltung und DATEV ankommt

Die günstigste Order nützt wenig, wenn am Jahresende die Daten für den Abschluss fehlen. Hier geht es darum, welcher Broker zu welcher GmbH passt.

Roland Elias, Steuerberater (Ratisbona Steuerberatungsgesellschaft mbH)Zuletzt geprüft am 24.09.20269 Min. Lesezeit

Die Frage hinter der Brokerwahl

Viele Mandanten kommen mit der Frage: Welcher Broker ist der günstigste für meine GmbH? Der Punkt ist aber ein anderer. Entscheidend ist, ob der Broker Firmenkonten anbietet, welche Produkte Sie handeln wollen und ob sich am Ende ein vollständiger, maschinenlesbarer Export ziehen lässt.

Gerade bei Derivaten, Fremdwährungen und Corporate Actions trennt sich die Spreu vom Weizen. Ein PDF-Jahresreport reicht für die Bilanz einer GmbH in aller Regel nicht aus.

Interactive Brokers und CapTrader

Interactive Brokers ist bei aktiven Trading-GmbHs weit verbreitet: großes Produktuniversum, Futures und Optionen, viele Währungen. CapTrader nutzt die Infrastruktur von Interactive Brokers und richtet sich an deutschsprachige Kunden.

Für die Buchhaltung ist der FlexQuery-Export das Herzstück. Er liefert Trades, Cash-Bewegungen, Dividenden, Quellensteuer, Zinsen, Gebühren und offene Positionen strukturiert als XML. Genau diese Daten verarbeitet Trade2DATEV zu einem DATEV-Buchungsstapel. Wichtig ist, die FlexQuery von Anfang an mit allen benötigten Abschnitten anzulegen.

Trade Republic und Scalable Capital

Beide Neobroker sind im Privatbereich sehr beliebt. Ob und in welcher Form ein Konto für eine GmbH möglich ist, hängt vom jeweils aktuellen Angebot ab und sollte vor der Gründung direkt beim Anbieter geprüft werden.

Für eine buchhalterisch saubere GmbH zählt dabei vor allem: Gibt es exportierbare Transaktionsdaten, oder nur einzelne PDF-Abrechnungen? Wenn nur PDFs vorliegen, steigt der Aufwand in der Buchhaltung deutlich. Das sollte man ganz klar vor der Depoteröffnung wissen, nicht erst beim ersten Jahresabschluss.

Vergleich nach Buchhaltungskriterien

KriteriumWorauf Sie achten sollten
FirmenkontoAkzeptiert der Broker deutsche GmbHs und UGs?
ExportXML/CSV mit allen Bewegungen statt nur PDF-Abrechnungen.
DerivateFutures, Optionen, Ausübung und Verfall eindeutig erkennbar.
FremdwährungGetrennte Währungskonten und nachvollziehbare Umrechnung.
StichtagsdatenBestände und Kurse zum 31.12. für die Bewertung nach § 253 HGB.
QuellensteuerAusländische Quellensteuer je Dividende ausgewiesen.

So gehen Sie vor

  1. 1. Produkte festlegen

    Nur Aktien und ETFs oder auch Futures und Optionen? Das bestimmt die Brokerauswahl.

  2. 2. Firmenkonto anfragen

    Unterlagen der GmbH bereithalten: Handelsregisterauszug, Gesellschafterliste, Transparenzregister.

  3. 3. Beispielexport prüfen

    Vor der ersten größeren Einzahlung einen Export ziehen und von uns prüfen lassen.

  4. 4. Laufend abstimmen

    Monatlich oder quartalsweise statt erst zum Jahresabschluss.

Allgemeine Information zum Zeitpunkt der letzten Durchsicht, keine Beratung im Einzelfall. Maßgeblich ist die Rechtslage im jeweiligen Veranlagungszeitraum.

Häufige Fragen zur Brokerwahl der GmbH

Roland Elias, Steuerberater

Ihr Ansprechpartner

Roland Elias – Steuerberater, Unternehmer und Investor

Roland Elias ist Gründer der Ratisbona Steuerberatungsgesellschaft mbH und betreibt seit 2016 „Steuern mit Kopf“ – einen der größten deutschsprachigen YouTube-Kanäle zu Steuern und Finanzen. Er handelt selbst an den Kapitalmärkten und kennt die Fragen einer Trading-GmbH deshalb nicht nur aus dem Gesetz, sondern aus der eigenen Depotabrechnung.

Weitere Fachbeiträge

Kostenlose Checkliste

Checkliste Aktien-GmbH: Von der Gründung bis zum DATEV-Buchungsstapel

Die wichtigsten Prüfpunkte für Wertpapiere, Termingeschäfte, Futures und Optionen in der Kapitalgesellschaft – von der Kontenstruktur über § 8b KStG bis zur DATEV-Übergabe.

Die Anfrage geht direkt an unsere Kanzlei. Keine Weitergabe an Dritte, kein Newsletter ohne Ihre Zustimmung.