Die Frage hinter der Brokerwahl
Viele Mandanten kommen mit der Frage: Welcher Broker ist der günstigste für meine GmbH? Der Punkt ist aber ein anderer. Entscheidend ist, ob der Broker Firmenkonten anbietet, welche Produkte Sie handeln wollen und ob sich am Ende ein vollständiger, maschinenlesbarer Export ziehen lässt.
Gerade bei Derivaten, Fremdwährungen und Corporate Actions trennt sich die Spreu vom Weizen. Ein PDF-Jahresreport reicht für die Bilanz einer GmbH in aller Regel nicht aus.
Interactive Brokers und CapTrader
Interactive Brokers ist bei aktiven Trading-GmbHs weit verbreitet: großes Produktuniversum, Futures und Optionen, viele Währungen. CapTrader nutzt die Infrastruktur von Interactive Brokers und richtet sich an deutschsprachige Kunden.
Für die Buchhaltung ist der FlexQuery-Export das Herzstück. Er liefert Trades, Cash-Bewegungen, Dividenden, Quellensteuer, Zinsen, Gebühren und offene Positionen strukturiert als XML. Genau diese Daten verarbeitet Trade2DATEV zu einem DATEV-Buchungsstapel. Wichtig ist, die FlexQuery von Anfang an mit allen benötigten Abschnitten anzulegen.
Trade Republic und Scalable Capital
Beide Neobroker sind im Privatbereich sehr beliebt. Ob und in welcher Form ein Konto für eine GmbH möglich ist, hängt vom jeweils aktuellen Angebot ab und sollte vor der Gründung direkt beim Anbieter geprüft werden.
Für eine buchhalterisch saubere GmbH zählt dabei vor allem: Gibt es exportierbare Transaktionsdaten, oder nur einzelne PDF-Abrechnungen? Wenn nur PDFs vorliegen, steigt der Aufwand in der Buchhaltung deutlich. Das sollte man ganz klar vor der Depoteröffnung wissen, nicht erst beim ersten Jahresabschluss.
Vergleich nach Buchhaltungskriterien
| Kriterium | Worauf Sie achten sollten |
|---|---|
| Firmenkonto | Akzeptiert der Broker deutsche GmbHs und UGs? |
| Export | XML/CSV mit allen Bewegungen statt nur PDF-Abrechnungen. |
| Derivate | Futures, Optionen, Ausübung und Verfall eindeutig erkennbar. |
| Fremdwährung | Getrennte Währungskonten und nachvollziehbare Umrechnung. |
| Stichtagsdaten | Bestände und Kurse zum 31.12. für die Bewertung nach § 253 HGB. |
| Quellensteuer | Ausländische Quellensteuer je Dividende ausgewiesen. |
So gehen Sie vor
1. Produkte festlegen
Nur Aktien und ETFs oder auch Futures und Optionen? Das bestimmt die Brokerauswahl.
2. Firmenkonto anfragen
Unterlagen der GmbH bereithalten: Handelsregisterauszug, Gesellschafterliste, Transparenzregister.
3. Beispielexport prüfen
Vor der ersten größeren Einzahlung einen Export ziehen und von uns prüfen lassen.
4. Laufend abstimmen
Monatlich oder quartalsweise statt erst zum Jahresabschluss.
Allgemeine Information zum Zeitpunkt der letzten Durchsicht, keine Beratung im Einzelfall. Maßgeblich ist die Rechtslage im jeweiligen Veranlagungszeitraum.
