Das Wichtigste vor der Depoteröffnung
Die entscheidende Frage ist nicht nur, welche Wertpapiere Sie handeln wollen. Sie müssen vorab klären, ob der Broker Konten für deutsche Kapitalgesellschaften anbietet, welche Nachweise er verlangt und ob sich die Transaktionsdaten vollständig ausgeben lassen.
Ein Depot auf den Namen des Gesellschafters ist kein Ersatz für ein GmbH-Depot. Vermögen, Zahlungen und Zugangsdaten müssen sauber der Gesellschaft zugeordnet bleiben. Sonst entstehen unnötige Fragen bei Buchhaltung, Jahresabschluss und möglicher Betriebsprüfung.
Diese Unterlagen werden regelmäßig verlangt
Die genaue Liste hängt vom Broker und dessen Geldwäscheprüfung ab. Bei Holdingstrukturen kommen regelmäßig Nachweise zu Mutter- und Tochtergesellschaften hinzu.
- Aktueller Handelsregisterauszug und Gesellschaftsvertrag.
- Steuernummer und gegebenenfalls Umsatzsteuer-Identifikationsnummer.
- Gesellschafterliste sowie Angaben zu wirtschaftlich Berechtigten.
- Ausweise und Adressnachweise der Geschäftsführer und wirtschaftlich Berechtigten.
- Geschäftskonto als Referenzkonto; Ein- und Auszahlungen ausschließlich über die Gesellschaft.
- Angaben zum Unternehmenszweck, erwarteten Handelsvolumen und Herkunft der Mittel.
Broker nicht nur nach Gebühren auswählen
| Prüfpunkt | Warum er wichtig ist |
|---|---|
| Firmenkonto | Der Broker muss juristische Personen aus Deutschland akzeptieren. |
| Vollständiger Export | Trades, Cash-Bewegungen, Dividenden, Quellensteuer, Corporate Actions und offene Positionen müssen enthalten sein. |
| Dateiformat | XML oder sauber strukturierte CSV-Daten sind belastbarer als reine PDF-Abrechnungen. |
| Fremdwährungen | Konten und Umrechnungen müssen für jede Währung nachvollziehbar sein. |
| Derivate | Ausübung, Verfall, Andienung und Cash-Settlement müssen unterscheidbar bleiben. |
| Jahresenddaten | Bestände, Einstandswerte und Stichtagskurse werden für den Abschluss benötigt. |
Der richtige Ablauf
1. Handelsstrategie festlegen
Aktien, Fonds, Futures, Optionen, Zertifikate und Fremdwährungen bestimmen die Anforderungen an Broker und Buchhaltung.
2. Reporting testen
Vor der endgültigen Entscheidung einen Beispielexport anfordern und prüfen, ob alle benötigten Bewegungen enthalten sind.
3. Kontenplan abstimmen
Produktarten, Währungen, Gebühren und Steuerkategorien im DATEV-Kontenrahmen getrennt anlegen.
4. Eröffnungsbestände dokumentieren
Einzahlungen und gegebenenfalls übertragene Positionen mit Anschaffungsdaten und Rechtsgrund sauber erfassen.
5. Regelmäßig abstimmen
Broker-Salden, Bank, Wertpapierbestände und Buchungsstapel nicht erst beim Jahresabschluss vergleichen.
Woran es in der Praxis scheitert
Der Punkt ist: Ein PDF zeigt zwar einen Depotwert, liefert aber noch keinen belastbaren Buchungsstapel. Wenn Teilausführungen, Fremdwährungen, Gebühren und Corporate Actions erst am Jahresende rekonstruiert werden, wird die vermeintlich günstige Brokerwahl schnell teuer.
Trade2DATEV verarbeitet unterstützte Broker-Exporte zu DATEV-Daten und trennt die steuerlich relevanten Produktarten. Damit bleibt die abschließende fachliche Prüfung möglich, ohne jede Transaktion von Hand neu aufzubauen.
Allgemeine Information zum Zeitpunkt der letzten Durchsicht, keine Beratung im Einzelfall. Maßgeblich ist die Rechtslage im jeweiligen Veranlagungszeitraum.
