Fachbeitrag

Futures, Optionen und Termingeschäfte in der GmbH versteuern

Wie Termingeschäfte in der Kapitalgesellschaft behandelt werden, warum die Verlustverrechnung eingeschränkt ist und wie sich das sauber in der Buchhaltung abbilden lässt.

Roland Elias, Steuerberater (Ratisbona Steuerberatungsgesellschaft mbH)Zuletzt geprüft am 24.09.20268 Min. Lesezeit

Termingeschäfte in der GmbH: der Grundsatz

Gewinne aus Futures, Optionen, CFDs und vergleichbaren Termingeschäften sind in der GmbH voll körperschaft- und gewerbesteuerpflichtig. Die Begünstigung des § 8b KStG gilt nur für Anteile an Kapitalgesellschaften, nicht für Derivate.

Die frühere betragsmäßige Verlustverrechnungsbeschränkung für private Termingeschäfte nach § 20 Abs. 6 Sätze 5 und 6 EStG a. F. wurde durch das Jahressteuergesetz 2024 aufgehoben. Davon unabhängig greift für gewerbliche Termingeschäfte der GmbH § 15 Abs. 4 Satz 3 ff. EStG.

Verlustverrechnung nach § 15 Abs. 4 EStG

  • Verluste aus Termingeschäften dürfen nur mit Gewinnen aus Termingeschäften verrechnet werden.
  • Nicht verrechnete Verluste werden rück- bzw. vorgetragen und gesondert festgestellt.
  • Ausnahme: Geschäfte zur Absicherung des gewöhnlichen Geschäftsbetriebs.
  • Ausnahme: Termingeschäfte, die Aktiengeschäfte absichern, bei denen § 8b Abs. 2 KStG anzuwenden wäre, sind besonders zu prüfen.
  • Voraussetzung für die korrekte Anwendung: getrennte Konten für Termingeschäftsergebnisse in der Buchhaltung.

Einzelne Geschäftsarten

GeschäftHinweis zur Abbildung
FuturesVariation Margin laufend, Ergebnis je Kontrakt; Stichtagsbewertung offener Positionen
Long-OptionenPrämie als Anschaffungskosten, Verfall als Termingeschäftsverlust
StillhaltergeschäftePrämie bei Zufluss; für offene Short-Positionen Drohverlustrückstellung nach § 249 Abs. 1 HGB
Ausübung / AndienungOptionsprämie beeinflusst Anschaffungskosten bzw. Veräußerungserlös des Basiswerts
CFDs, Devisentermingeschäftegrundsätzlich Termingeschäfte mit Verrechnungsbeschränkung
Zertifikate, Knock-outsEinordnung im Einzelfall – Schuldverschreibung oder Termingeschäft

Buchhaltung: vom Broker zum DATEV-Buchungsstapel

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Allgemeine Information zum Zeitpunkt der letzten Durchsicht, keine Beratung im Einzelfall. Maßgeblich ist die Rechtslage im jeweiligen Veranlagungszeitraum.

Häufige Fragen zu Termingeschäften in der GmbH

Roland Elias, Steuerberater

Ihr Ansprechpartner

Roland Elias – Steuerberater, Unternehmer und Investor

Roland Elias ist Gründer der Ratisbona Steuerberatungsgesellschaft mbH und betreibt seit 2016 „Steuern mit Kopf“ – einen der größten deutschsprachigen YouTube-Kanäle zu Steuern und Finanzen. Er handelt selbst an den Kapitalmärkten und kennt die Fragen einer Trading-GmbH deshalb nicht nur aus dem Gesetz, sondern aus der eigenen Depotabrechnung.

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